„Landwirtschaft in Waldkirch-Bernhardzell wohin?" - Informationsveranstaltung / 26.5.2010
Informationsanlass
"Landwirtschaft in Waldkirch-Bernhardzell wohin?"
Gross war der Aufmarsch von Landwirten und Nichtlandwirten am 26. Mai 2010 anlässlich der Startveranstaltung des Landwirtschaftsprojektes 2010 mit dem Thema „Landwirtschaft in Waldkirch-Bernhardzell wohin?“
Im Sinne einer Auslegeordnung referierten drei absolute Experten aus dem Landwirtschafts-Business über die aktuelle Situation.
Referat von Walter Müller >> Steckbrief Walter Müller >>
• Dr. Roger Peterer, Leiter des Landwirtschaftsamtes des Kantons St. Gallen, zeigte die umfangreichen Aufgaben des Kantons auf. Von Interesse waren vor allem seine Ausführungen über die Unterstützungsmassnahmen für Wettbewerb und Innovationskraft sowie für unterstützungswürdige Projekte. So seien in den letzten 30 Jahren über 20 Mio. Franken an unverzinslichen Darlehen nach Waldkirch geflossen. Sein Aufruf galt den Landwirtschaftsbetrieben, wo sich jeder neu finden und orientieren müsse. Dazu gehöre auch, dass jeder Landwirt seine Kostenstruktur kennen müsse und die Kostenwahrheit ein wichtiger Bestandteil im jetzigen Marktgeschehen darstelle.
Referat von Dr. Roger Peterer >> Steckbrief Dr. Roger Peterer >>
• Peter Bruhin, Gesamtleiter des Landverbandes St. Gallen, wartete mit detaillierten Untersuchungen zum Platz Waldkirch-Bernhardzell auf, u.a. der Eignung des Bodens, der Tierdichte sowie der Absatzkanäle. Nebst den zwei möglichen Hauptstrategien „Wertschöpfung“ und „Kosteneinsparung“ wurden eine grosse Anzahl von Alternativen aufgezählt. Peter Bruhin redete vor allem der Bündelung der Marktangebote der Produzenten das Wort und motivierte dazu, die Vermarktung der Eigenleistungen besser aufzuziehen.
Referat von Peter Bruhin >> Steckbrief Peter Bruhin >>
Rico Lehmann, Hans Keller, Peter Bruhin, Dr. Thomas Ammann (Moderation), Walter Müller, Martin Müller, Dr. Roger Peterer
• Im anschliessenden Round-Table-Gespräch der Referenten, zusammen mit den einheimischen Landwirten Hans Keller, Martin Müller und Rico Lehmann, unter der Moderation von Dr. Thomas Ammann, wurden die Referate aus Sicht der Basis kritisch gewürdigt. Dabei kam die Diskrepanz zwischen Markt, Innovation und Regelungsdichte deutlich zum Ausdruck. Dem landwirtschaftlichen Unternehmer fehle der notwendige Handlungsspielraum. Einschränkungen seien vor allem in der Raumplanung sehr störend, dieses Bundesrecht werde vor allem im Kanton St. Gallen sehr eng ausgelegt! Der Organisationsgrad der Landwirte wird insbesondere im Milchbereich als „nicht gut“ beurteilt. Versöhnlich dann die Antworten der Schlussrunde auf die Frage, was die Teilnehmer der Diskussionsrunde den jungen Landwirten heute raten würden. Eine gute Erst- und Zweitausbildung, Freude am Beruf haben, Zusammenarbeiten, gemeinsame Interessen besser vertreten, Flexibilität bewahren, Idealismus, waren die wiederholt gehörten Antworten, aber sich auch die Freiheit offen halten, sich ein Berufsleben ohne Landwirtschaft vorstellen zu können.
Die einheimischen Landwirte Hans Keller, Martin Müller und Rico Lehmann (v.l.n.r.)




