Eltern müssen mitwirken / 18.9.2008 - Leserbrief von Roland Rhyn
Elternmitwirkung an einer
Gesamtschul- oder Einheitsgemeinde
Waldkirch-Bernhardzell
Elternmitwirkung wurde immer in irgendeiner Form praktiziert. Üblicherweise besteht sie aus regelmässiger Information der Eltern durch die Lehrerschaft und die Schulbehörde, aus einem jährlich stattfindenden Elterngespräch und aus den Schulbesuchstagen. Die Schulgemeinden in der politischen Gemeinde Waldkirch wenden ebenfalls diese Form an. Nun gewinnt das Thema Elternmitwirkung aber an zusätzlicher Aktualität. Die Diskussionen um die Bildung einer Gesamtschul- oder Einheitsgemeinde schüren bei den Eltern gewisse Ängste um schwindende Rücksicht- und Einflussnahme. Insbesondere die Eltern aus Bernhardzell befürchten, nicht mehr in ausreichendem Masse wahr genommen zu werden.
Hier könnte eine neue Form von Elternmitwirkung Abhilfe schaffen. In vielen Gemeinden, unter anderem auch im Kanton St.Gallen, wurden sogenannte Elternforen oder Elternräte ins Leben gerufen. In einem Elternforum engagieren sich Mütter oder Väter von schulpflichtigen Kindern als Vertretung der gesamten Elternschaft. Für eine Schulgemeinde sind mehrere Elternforen denkbar, z.B. je eines pro Schulstufe oder, wie für die politische Gemeinde Waldkirch vorstellbar, mindestens ein separates Forum pro Dorf. Was ist der Zweck eines Elternforums? Das Ziel ist eine vertiefte partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Eltern, den Lehrkräften und der Schulbehörde. Dabei geht es nicht darum, die Verantwortung oder Kompetenzen der Beteiligten in Frage zu stellen. Vielmehr sollen die wichtigsten Bezugspersonen unserer Kinder im Sinne einer positiven Entwicklung am gleichen Strick ziehen.
Ich bin überzeugt, dass die Zusammenlegung der Schulgemeinden zu einer Gesamtschul- oder gar zu einer Einheitsgemeinde zusammen mit einer institutionalisierten Elternmitwirkung für alle ein Gewinn wäre.
Leimatstrasse 13
9205 Waldkirch
GPK der politischen Gemeinde Waldkirch - Chance für Neuanfang nutzen / 9.9.2008 - Leserbrief von Marcel von Gunten
GPK der politischen Gemeinde Waldkirch - Chance für Neuanfang nutzen
Man sagt mir (und es war vor einiger Zeit auch in der Presse darüber zu lesen), dass zwischen Behörde und GPK der politischen Gemeinde Waldkirch Probleme in der Kommunikation bestünden, und dass die Situation verhärtet und somit blockiert sei.
Aus meiner Sicht sieht das Profil der GPK-Mitglieder idealerweise in etwa wie folgt aus: Wenn immer möglich, sollten fachliche Voraussetzungen für die GPK-Arbeit erfüllt werden; persönliche Interessen dürfen keine Rolle spielen; alle müssen die Fähigkeit besitzen, gemeinsam, partnerschaftlich, konstruktiv, mit dem absoluten Willen, ohne eine Verteidigungshaltung einzunehmen, zusammen zu arbeiten, und zwar sowohl innerhalb der GPK als auch mit den Ansprechpartnern der Räte, Verwaltung und Kommissionen. Es ist selbstredend, dass Machtansprüche hier fehl am Platz sind. Auf diese Weise wird es möglich sein, dass die vorhandenen unterschiedlichen Fähigkeiten und persönlichen Kompetenzen vom Team als Ganzes gewinnbringend zu Gunsten der Gemeinde eingebracht werden können.
Wenn durch gute Zusammenarbeit eines Teams Reibungsverluste vermieden werden, können alle davon profitieren, die Behörden und die Bevölkerung. Und so sollten auch hoch gesteckte Ziele erreicht werden.
Die Gemeindewahlen vom 28. September 2008 bieten dem Wähler die Möglichkeit, mit der richtigen Personalauswahl sowohl beim Gemeinderat als auch in der GPK, eine Verbesserung der heutigen Situation zu erwirken.
Marcel von Gunten, Buchenstrasse 2a, Waldkirch
Wärmeverbund Waldkirch – ein mehr als sinnvoller Beitrag zur CO2-Diskussion / 28.8.2008 - Leserbrief von Roman Wenzinger
Wärmeverbund Waldkirch – ein mehr als sinnvoller Beitrag zur CO2 Diskussion
Unter der initiativen Leitung von Christian Spirig wurde der Wärmeverbund Waldkirch ins Leben gerufen und die Planung für die Erstellung einer zentralen Holzschnitzelheizung im Industrie- und Gewerbegebiet Neubrunn an die Hand genommen mit dem Ziel, den zukünftigen CO2 Ausstoss deutlich reduzieren zu können. Der Kontakt zum Gemeinderat wurde gesucht, der positiv auf das Vorhaben reagierte. Eine Arbeitsgruppe erhielt den Auftrag, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Die Arbeitsgruppe kam zum Schluss, dass ein Wärmeverbund machbar und preislich absolut konkurrenzfähig ist. Für die Anfangsfinanzierung beschloss der Gemeinderat, da Abnahmepotential vorhanden und die Umweltproblematik bekannt ist, ein zinsloses Darlehen in der Höhe von CHF 100`000.- zulasten des allgemeinen Gemeindehaushaltes. Das anschliessende Referendum wurde nicht ergriffen, was für die Bürgerinnen und Bürger einer modernen Gemeinde spricht, wenn sie auch zukünftig ihre attraktive Wohnqualität (ausser dem zu hohen Steuerfuss) erhalten möchte. Im September 2007 wurde für den Betrieb des Verbundes eine Aktiengesellschaft gegründet, Verwaltungsratspräsident ist Christian Spirig.
Ziel des Wärmeverbundes ist es, saubere Wärmeenergie aus erneuerbaren Energieträgern zu gewinnen. Anstelle von ca. 300`000 Litern Heizöl pro Jahr werden ca. 5000 m3 Holzschnitzel benötigt. Der Holzbedarf wird grösstenteils aus den umliegenden Wäldern sichergestellt. Die Energieunabhängigkeit vom Öl ist ein weiterer positiver Nebeneffekt des Wärmeverbundes, denn die Probleme um das Öl werden zunehmen und sind schon jetzt Gegenstand kriegerischer Auseinandersetzungen. Um die Emissionen so tief wie möglich zu halten, wird in der geplanten Heizzentrale freiwillig ein moderner Elektrofilter (Kosten CHF 140`000.-) eingebaut. Dies beweist die Ernsthaftigkeit des Projekts zum möglichst grossen Schutz der Umwelt vor Emissionen. Das Konzept scheint zu überzeugen, denn bis jetzt konnten bereits 20 Verträge abgeschlossen werden.
Das im Mai 2008 eingereichte Baugesuch ist leider noch nicht bewilligt, da eine Einsprache hängig ist. Im Herbst findet eine Einsprachenverhandlung statt, von der sich die Initianten erhoffen, dass eine gute Lösung für beide Parteien gefunden werden kann. An den Emissionen der Anlage kann es nicht liegen, da mit der bereits erwähnten Filteranlage die geforderten Werte massiv unterschritten werden. Es stellt sich deshalb die berechtigte Frage, wieso überhaupt die Einsprache erfolgt ist. Es ist zu hoffen, dass der oder die Einsprecherin gute Gründe vorbringen kann, ansonsten die Einsprache als bös- und mutwilliges Vorgehen beurteilt werden müsste, auch wenn gesetzlich die Einsprache rechtens ist. Die Projektkosten verteuern sich mit jeder zeitlichen Verzögerungen erheblich und müssen später auch wieder finanziert werden. Der Wärmeverbund will seinen Verpflichtungen aber nachkommen und wird notfalls mit Insellösungen Wärmeenergie liefern. Nach erfolgter Baubewilligung ist der Wärmeverbund in der Lage, mit dem Bau der Heizzentrale nach einer ca. sechsmonatigen Bauzeit seinen Lieferverträgen nachzukommen.
Dem Wärmeverbund AG gehört der beste Dank für ihren Einsatz und ihren Durchhaltewillen. Das Konzept überzeugt, es schützt die Umwelt, es spart Öl. Die leider erfolgte Einsprache verzögert ein zukunftsträchtiges Projekt in einer Zeit, wo der Ersatz von Öl als Energiequelle dringend angezeigt ist. Schade.
Roman Wenzinger, Waldkirch




